Ein Langer Weg
10 Jahre Lok Yiu Wing Chun in Europa
 

Es sind nun mehr als 10 Jahre vergangen, seit Si-Fu Wilhelm Blech mit seinen drei ältesten Schülern nach Hong Kong aufbrach, um dort sein Wing Chun vom ältesten lebenden Schüler des verstorbenen Großmeisters Yip Man begutachten zu lassen.

Der Rest, könnte man sagen, ist Geschichte: Der Deutsche Wing Chun-Lehrer wurde Meister Loks Schüler und begann noch einmal ganz von vorn, obwohl er bereits längst das gesamte System erlernt hatte. Ebenso konsequent verhielten sich seine drei Schüler Detlef Wagner, Rolf Wichter und Andreas Wichter, die ebenfalls ihre Ausbildung abgeschlossen hatten. 10 Jahre Lok Yiu Wing Chun in Europa. Was das Lok Yiu Wing Chun zu bieten hatte, machte es diesem radikalen Schritt wert, und keiner der vier hat es bereut.

Si-Fu Blech machte sich daran, in Deutschland und Europa insgesamt eine neue Organisation aufzubauen, deren Zielsetzung es war und ist, den Weg Meister Lok Yius allen Interessierten zugänglich zu machen. Der Anfang war Mühselig, zu groß war das Misstrauen vieler gegenüber einem den meisten Europäern kaum bekannten chinesischen Lehrer, der nun auch noch von vielen angefeindet wurde - auch von solchen, die vorher Ehrfurcht und Respekt zollten. Dass dies Lippenbekenntnisse gewesen waren, war spätestens jetzt klar.


Meister Lok Yiu beobachtet seinen deutschen Schüler beim Chi Sau-Training mit seinem Sohn Lok King Sang
 

Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb ließen sich Si-Fu Blech und seine Schüler auch nicht beirren und bauten in Ruhe und Gelassenheit ihre neuen Strukturen auf. Die European Lok Yiu Wing Chun International Martial Art Association (ELYWCIMAA) wurde auf ausdrücklichen Wunsch Meister Lok Yius aus der Taufe gehoben. Die ersten Jahre der ELYWCIMAA sahen einige Umstrukturierungen und auch durchaus ein Kommen und Gehen von Wing Chun-Interessierten, die offenbar nicht immer fanden, was sie suchten. Viele hatten es sich wohl leichter vorgestellt, ihr bereits erlerntes Wing Chun mal eben mit ein paar neuen Dingen abzurunden. Ganz von vorn anzufangen und so ziemlich alles zu vergessen, was man bisher zu wissen glaubte, ist nicht jedermanns Sache. Und manche wollten sich wohl ganz einfach nicht von liebgewonnen Vorstellungen lösen, ganz zu schweigen von jenen, die einfach nicht mehr in der Lage waren, nach all den unterschiedlichen Behauptungen, was Wing Chun denn nun wirklich sei und nach vielen auch menschlichen Enttäuschungen, etwas "Neues" zu akzeptieren und wieder jemandem zu vertrauen.


Man darf auch Spaß haben beim Wing Chun

Inzwischen bildete sich jedoch ein Nachwuchs heran, der sich weder um die verwickelte Wing Chun-Politik scherte noch um vorgefasste Meinungen einiger Allwissender, sondern beständig und zielgerichtet einfach an seinem Wing Chun arbeitete. Diese Leute eröffneten schließlich ihre eigenen Schulen und führen nun ihrerseits Menschen an das Lok Yiu Wing Chun heran.
Im Zentrum all dessen steht das Ausbildungszentrum im saarländischen Ottweiler, wo sich fast täglich die in Ausbildung befindlichen Mitglieder des Verbandes die Klinke in die Hand geben, um unter dem wachen Auge von Si-Fu Blech das Gelernte zu verbessern. Drinnen findet man eine Bunte und meistens recht fröhliche Ansammlung von Wing Chun-Verrückten aus ganz Europa: Italiener, Schweizer, Kroaten, Tschechen ebenso wie Franzosen und ja, natürlich auch Deutsche.


Alles am Wing Chun ist erklärbar -
und wird erklärt

Ein Bild aus alten Tagen: Zusammentreffen mit Filmstar Carter Wong 1992 in Hong Kong

Das integrierte Ausbildungssystem, bei dem der Schüler, der die Lehrerlaufbahn anstrebt, sowohl bei seinem Schulleiter als auch periodisch bei Si-Fu Blech und seinen Assistenten lernt, hat sich über die Jahre bewährt. Es bietet eine Qualitätssicherung, auf die Si-Fu Blech nicht mehr verzichten würde. Gerade bei einem inzwischen recht groß gewordenen Verband muss man sehr darauf achten, dass die Fäden nicht auseinanderlaufen und man schließlich in Uppsala ein anderes Wing Chun betreibt als in Messina.

 
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